K.I.Z

Der DMAX Musik-Tipp

„Rap über Hass“ (28.05.2021) heißt das neue, von den Drunken Masters und Nico KIZ executive produzierte Album von K.I.Z, es enthält zwölf Songs, die vom Hass handeln, aber auch von Schwäche, Scham, Spaß und von Sex. Es handelt von Männern und Frauen, von Melancholie, Verzweiflung und Absturz und von lustigem Weitermachen. 

 

K.I.Z gelten als links, obwohl ihre Texte alle Regeln des respektvollen Miteinanders ignorieren und sie damit für Linke eigentlich völlig untragbar sein müssten. Doch natürlich kommt diese Zuordnung nicht von ungefähr: Ihre Texte sind durchzogen von Kapitalismuskritik, sie verhöhnen Nationalisten und Sexisten und treten auf antifaschistischen Veranstaltungen auf. Nach dem utopistischen Popsong „Hurra die Welt geht unter“ und der Teilnahme an dem antifaschistischen Konzert #wirsindmehr galten sie mit einigen ihrer Kollegen als so etwas wie linke Vorbilder, wobei der auf das #wirsindmehr-Konzert folgende rechte Shitstorm dann versuchte, genau diese Vorbildrolle wieder zu demontieren.

 

K.I.Z sagen: Wut ist der Motor, der ihre Musik antreibt

 

Interessant war dabei, dass Rechte die Band nicht für ihre antifaschistische Einstellung kritisierten, sondern wegen ihrer groben Texte: Diese würden durch ihre moralische Verwerflichkeit die ganze Veranstaltung als Heuchelei entlarven usw. 

Davon waren K.I.Z so begeistert, dass sie sofort den Titeltrack von „Rap über Hass“ schreiben mussten, der, gewissermaßen als Dank, ausdrücklich auch dem Bild Chefredakteur gewidmet ist. Und damit ist die Haltung dieser Band auf den Punkt gebracht, nämlich die Weigerung je in die Defensive zu gehen. Ja, sie sind wütend und nicht bereit sich dafür zu entschuldigen. Sie beteiligen sich nicht konstruktiv an etwas, das sie zutiefst ablehnen: „Gewalt ist keine Lösung und das soll sie auch nicht sein“. 

 

K.I.Z sagen: Wut ist der Motor, der ihre Musik antreibt: die Wut auf die Mehrheitsgesellschaft, in der sie ihren Platz nie gefunden haben. K.I.Z waren wegen ihrer harten Texte schon immer isoliert von der HipHop-Szene und vom Rest der Welt. Wenn viele jetzt sagen, dass man etwas gegen „den Hass“ tun muss, dann halten sie das für den falschen Ansatz. Es spricht ja in Wahrheit gar nichts gegen „den Hass“. 

Es spricht etwas gegen Nazis, und natürlich darf man Leute hassen, die einen wegen der politischen Meinung oder Hautfarbe totschlagen wollen. 

 

Musik-Tipp: Das neue Album ist, wie alles von K.I.Z, bester Input für alle Punk-Liebhaber, die auf provokante und politkritische Texte stehen. Ein musikalischer und textsicherer Gaumenschmaus in Punk-Manier.

 

So klingt das neue Album:

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